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Spieler plante das schier Unschaffbare und realisierte das maximal Mögliche

Magnasanti
Wer einmal einem Aufbaustrategiespiel verfallen ist, weiß wie viel Zeit man in den Ausbau virtueller Städte oder Produktionsketten stecken kann. Der Spieler "TheImperar" wollte es besonders genau wissen und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Grenzen des Klassikers "SimCity 3000" auszuloten. Während die meisten Städtebauer wohl bereits mit einer halbwegs ansehnlichen Metropole zufrieden sind, wollte TheImperar das schier Unmögliche realisieren: Die perfekte Stadt bauen.

 

Mit Berechnung

Was "perfekt" ist, liegt naturgemäß im Auge des Betrachters. Für den SimCity-Narr bedeutet dies, sämtliche Möglichkeiten eines Spielfeldes auszuschöpfen und die maximale Bevölkerungsdichte zu erreichen. Mehrere Anläufe waren dazu notwendig, die in nicht minder beeindruckenden Utopien mündeten. Nach drei Jahren, in denen alleine 1,5 Jahre lang präzise das theoretische Design für dieses Megaprojekt berechnet wurde, wurde - ohne auch nur ein unerlaubtes Hilfsmittel (Cheats) zu gebrauchen - schließlich die Königin aller SimCitys fertiggestellt: "Magnasanti".

Megacity

In Magnasanti (abgeleitet von Magnitude) leben 6 Millionen Einwohner, die Sterblichkeit wurde durch 100 Prozent sauberes Wasser auf das Minimum reduziert, die Bildungsrate hält durchgehend das höchste Niveau und es gibt keine Straßen. Anstelle dessen wurde die gesamte Oberfläche mit einem engmaschigen U-Bahnnetz unterlegt, das in alle Richtungen im selben Abstand zu einer Station führt. Wohnhäuser, Gewerbeviertel und Industrie wurden nahtlos in einem ausgefeilten System aneinandergereiht, um ja auch den gesamten Raster des Spielfeldes auszunutzen.

Das Ende der virtuellen Spielzeit wurde mit dem Jahr 50.000 datiert. Ob die Menschen im 51. Jahrtausend aber tatsächlich in einer Stadt wie Magnasanti leben wollen, darf bezweifelt werden... (zw)

Der Abdruck des Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Zsolt Wilhelm, Quelle: derStandard.at