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Was ist da dran an CityVille, einem Browsergame auf Facebook? Es ist eine Stadtbausimulation, in der der Spieler Wohnhäuser und Geschäfte errichtet, Straßen baut und Gemeinschaftsobjekte errichtet. Vieles, was aus SimCity bekannt ist, wird auch hier benötigt, beispielsweise Schulen und Polizei. Es gilt ebenso Handel zu treiben mit seinen Nachbarn und über die Landwirtschaft für Nahrung, sprich allgemein Güter zu sorgen.

So langsam erschöpfen sich aber die Ähnlichkeiten mit SimCity auch schon wieder.

Weder Energie- noch Wasserversorgung spielen eine Rolle. Naja, Energie schon, denn die brauche ich für fast jeden Klick auf eines der Häuser oder Geschäfte, um das Geld einzutreiben. Und ein Stück Energie bekommt man alle 5 Minuten (zumindest in meinem Level, keine Ahnung, ob sich das ändert). Mit einem Kraftwerk gibt es mehr Energie, nur habe ich es noch nicht geschafft, dieses zu errichten.

Ansonsten ist man meist nur damit befasst, alle Häuser und sonstigen Einrchtungen anzuklicken, um Geld einzusammeln oder Waren zu liefern. 

Gut, es ist ein kostenloses (wirklich?) Browsergame, aber dennoch kann die Grafik mit SimCity 4 nicht mithalten. Mag sein, dass das grafische Konzept ein anderes ist.

Die Stadt kann in der Ansicht nicht gedreht werden. Das erschwert den Zugang zu kleineren Objekten hinter Hochhäusern. Bodentexturen sind nur sehr schwach ausgeprägt. Und die Detailverliebtheit, die wir von so manchem BATter für SimCity kennen, gibt es auch nicht.

Dafür wird die soziale Komponente groß geschrieben. Das bedeutet, dass ich stets mit meinen Facebook-Freunden, die auch CityVille spielen, per Spiel und Facebook kommunziere. Oder genauer gesagt, ich nerve sie ständig an, mir irgendwelche Sachen zu schicken, damit ich Gebäude fertigstellen kann. Oder ich biete ihnen Jobs in meinen Fabriken und Einrichtungen an.

Dumm nur, dass ich gar nicht so viele cityville-spielende Freunde bei Facebook habe. Das hat aber auch den Vorteil, dass ich mich nicht gemüssigt fühle, gefühlte 198 Städte von Freunden mit meinen Hilfsleistungen zu beackern. Soviel Zeit hätte ich gar nicht.

Naja, wer nicht so viele Freunde hat, kann sich Waren und Angestellte auch kaufen. Dazu braucht es Cash, von dem immer zu wenig vorhanden ist.

Und da kommt der kitzekleine Haken an der Sache. Cash kann man kaufen. Mit Realgeld, echten Euros (solange es die noch gibt). Und freundlicherweise bietet facebook (bzw. der Entwickler Zynga) gleich ausreichend verschiedene Zahlmöglichkeiten an. Auf, dass keiner entfleucht, der vielleicht etwas seltenere Zahlungsmethoden bevorzugt.

Ein Tunnel kostet beispielsweise 4,17 Euro.

Danke, ich glaube die Einwohner meiner Stadt kommen auch ohne Tunnel klar.

Und wenn ich mich durch alle Gebäude geklickt habe, die Städte meiner Freunde heimgesucht sind, Verbrecherfang mit Donuts gefeiert wurde und ich wieder neue Haltestellen für meinen einzigen Zug geordert habe, wird meine facebook-Seite zum Dank dafür mit jeder Menge Meldungen geflutet.

Was ist der Reiz diese Spieles, das einige hundertausend Mitglieder von Facebook nutzen?

Ich weiß es nicht, aber ich glaube, ich muss dringend auf meinen CityVille-Feldern ernten gehen...

Ach ja, CityVille lässt sich auch auf Google+ spielen.